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Update Reisetagebuch Masuren - Etappen 2 bis 7
Geschrieben von: Mike Kroehnert   
Donnerstag, den 30. Juni 2011 um 11:35 Uhr

2011-06_LAT_Masuren_26Endlich wieder ein Campingplatz mit Internetzugang! Natürlich berichten die Lauterbacher Jugendlichen sofort von ihren Erlebnissen der letzten Tage. Jetzt sind auch endlich die Bilder angekommen...


Tag 2 - Von Sorkwity nach Bienki

Aufstehen bei strahlendem Sonnenschein. Man ist schon fast dankbar, wenn sich mal eine Wolke vor die brennende Sonne schiebt. Nach dem Frühstück geht es um 10.00 Uhr los. Uns erwarten insgesamt 18 Kilometer mit dem Kanu/Kajak von Sorkwity nach Bienki. Bei unserem Eintreffen erwartet uns ein fürstliches Abendessen: Gegrillte Steaks mit Bratkartoffeln - ein großes Lob an unser Verpflegungsteam! Den Abend beschließen WIR am Lagerfeuer mit müden Gliedern. Wie jeden Tag beendet unser Bezirksälteste den Tag mit Gebet - so wie er ihn auch mit uns begonnen hat.

Tag 3 - Von Bienki nach Babieta

Wieder hat das UTM (UnterstützerTeamMasuren) ein Frühstück in die Wildnis gezaubert: Kaffee/Tee/Milch/Kakao, Säfte aller Art, sowie Brötchen, Wurst, Käse und alle möglichen Aufstriche. Alles frisch natürlich. Um 10.00 Uhr ist wieder Abfahrt - heute von Bienki nach Babieta, nur etwa 10 KM und schon sind WIR am Ziel. Eine eher kurze Tour - aber die Eindrücke dieser naturbelassenen Gegend sind atemberaubend. Das Wasser ist so klar, dass man meint, man könne bis auf den Grund fassen. Aber das Paddel findet keinen Grund. Nur die Fische streichen drumherum und ziehen dann in Schwärmen weiter. Die Bootsbesatzungen haben gewechselt und es dauert seine Zeit, bis alle sich wieder zusammengefunden haben. Aber alle haben ihren Spaß. Am Ziel erwarten uns heute Nudelm mit Hackfleisch vom UTM. Frische Luft und Paddeln macht auch mächtig hungrig...

Tag 4 - Von Babieta nach Zgon

Heute haben WIR unsere längste Tour. Insgesamt 24 Km sind zu überwinden. Es geht von Babieta nach Zgon. Die Strecke ist lang und an manchen Passagen müssen die Boote an Wehren vorbeigetragen werden. Laufen - was ist das denn? Doch werden diese Unterbrechungen schließlich dankbar genutzt, um etwas zu essen und sich ein wenig zu erholen. Die Abfahrt war um 09.00 Uhr und die Ankunft für 18.00 Uhr geplant. Doch schon nach nur 6 Stunden und 30 Minuten sind WIR in Rekordzeit am Ziel - und zugegebenermaßen ein wenig kaputt... Aber schon nach kurzer Zeit spielen die ersten Jugendlichen, sehr zur zur Verwunderung unseres Bezirksältesten, schon wieder Fussball. Nach der Anstrengung haben WIR uns ein stärkendes Mahl verdient: Kartoffenlbrei mit Röstzwiebeln und Würstchen - lecker! Auch ein frischer Salat fehlt nicht. Nach dem Abendessen fordert der Tag doch bei dem einen oder anderen seinen Tribut und alle gehen ungewohnt früh schlafen.

Tag 5 - Von Zgon nach Krutyn

Heute haben WIR uns einen ruhigen Tag verdient. Nur 11 KM sind es von Zgon nach Krutyn. Nach anstrengenden 6,5 KM über einen See erreichen wir den Fluss. Auf dem See war es einigen Jugendlichen nach Singen. So haben mehrere Boote im Rhythmus der Lieder spielend die Strecke überwunden. Ein 4er Kanu erfand spontan den "Kanu-Kanon"! "Alle meine Entchen" klingt es über den See... Es ist die landschaftlich schönste Strecke: glasklares Wasser, Fischschwärme, riesige Flussmuscheln, Myriaden von Libellen in den schönsten Farben. WIR lassen uns einfach von der Strömung treiben und genießen 4,5 Kilometer unberührte Natur. Betrachten die Schwäne mit zum Teil 9 Jungen und erfreuen uns an der Stille. Es ist wirklich kein Laut zu hören. Die anderen 14 Boote unserer Gruppe sind entweder schon weit vor uns oder noch weit hinter uns. Und am Ziel erwartet uns das UTM mit einer sagenhaften Kartoffelsuppe. Schade, dass man so schnell satt sein kann...

Nach dem Abenessen findet noch eine Jugendstunde zur Vorbereitung auf den Entschlafenengottesdienst statt. In der Jugendstunde wird die geschichtliche Vergangenheit der Gegend thematisiert. So wird auch an die Schlacht von Tanneberg im 1. Weltkrieg erinnert. In dieser Schlacht starben allein am ersten Tag mehr als 30.000 russische Soldaten. Ferner wurden WIR nochmals auf die Vernichtungslager der NS-Herrschaft hingewiesen. Viele Millionen Menschen kamen dort um. Die Seelenzustände in der Ewigkeit sind entsprechend. Aber WIR wurden auch an die Täter erinnert. Ob sie noch alle so empfinden wie zu Lebzeiten? Auch für sie reicht Gottes Liebe! Auch diese Seelen sind ein Arbeitsfeld für uns.

Nach der Jugendstunde spielen einige der Jugendlichen Volleyball oder genießen es, miteinander im klaren Wasser zu tollen. Dabei wird so mancher gemeinsam mit seinem Kajak versenkt....

Tag 6 - Von Kruty über Ukta nach Nowi Most

Ursprünglich wollten wir diese Etappe auf 2 Tage verteilen. Irgendwie haben wir dann aber doch alles an einem Tag geschafft. Dass diese Eingebung sich für alle segensreich auswirken sollte konnten WIR vorher nicht ahnen. Wieder hat unser UTM ein super Frühstück in die Wildnis gezaubert. Es ist einfach unfassbar, was diese unermüdlich fleißigen Hände hier schaffen. Nach dem Frühstück geht es auf der Krutynia in Richtung Ukta. Da die Krutynia hier eine kräftige bis mäßige Strömung hat, können WIR ganz bequem die herrliche Natur genießen. Alle Paddel ruhen im Boot und WIR lassen uns einfach treiben. Die Stille ist fast greifbar bzw. körperlich spürbar. Das Eintauchen eines Paddels zur Richtungskorrektur wird beinahe schon als Störung empfunden.

2011-06_LAT_Masuren_16So gehen die ersten Kilometer der letzten Etappe dahin, bis WIR wieder unser Boot umtragen müssen. Danach ist die Krutynia ruhiger und es muss ein wenig gepaddelt werden. Plötzlich hängen auch wieder ganze Bäume über den Fluss und es muss eine entsprechende Passage gesucht werden. Kein Problem eigentlich – aber beim Niederbeugen im Boot gerät es ins Ungleichgewicht und unser Kanu wird zum U-Boot. Alles geht über Bord: Mann, Frau und Gepäck. Doch mit der Hilfe eines unserer anderen Kanus sind bald alle wieder im Boot und das Gepäck aufgefischt.

Kurz darauf kommen WIR wohl zu dicht am Nest eines Schwanens vorbei. Er schießt auf uns zu und beißt in eines unserer Paddel, dabei faucht er uns böse an. WIR beeilen uns, von ihm wegzukommen, denn stören wollten WIR ihn nicht. Sein Nachwuchs war vorher nicht zu erkennen, jetzt sehen WIR seine Familie, ein kleine Schar von „hässlichen Entchen“ im Schilf.

Beim nächsten Rastplatz steigen WIR aus und machen gemeinsam Frühstückspause. Die Sonne ist wunderbar warm und unsere U-Boot Besatzung trocknet wieder. Nach der Pause passieren WIR Ukta und paddeln gemütlich weiter. Die Krutynia fließt nun in vielen kleinen Windungen gen Nowi Most und schon bald sind WIR dort. Die letzten Kilometer sind gepaddelt ein wunderschönes Erlebnis im Kreis der Jugend nähert sich dem Ende. Doch noch haben WIR eine Nacht und einen Tag.

Nach Beendigung des Abendessens kommen WIR alle zusammen und der Bezirksälteste spricht das Abendgebet mit uns. Anschließend danken WIR denen, die sich hier für die Jugend besonders eingesetzt haben, den Planern, den Helfern, dem UTM. Als ein Zeichen des Dankes hat die Jugend spontan zwei Paddel vom Verleiher gekauft und es haben alle darauf unterschrieben. Diese Paddel werden jetzt bei lang anhaltendem Applaus überreicht. Manche Träne der Rührung wird dabei sichtbar. Der Abend wird am Lagerfeuer verbracht: Stunde um Stunde wird gesungen, gelacht und erzählt. Von den persönlichen Eindrücken und was jeder Einzelne erlebt und empfunden hat. Da für den nächsten Tag keine Etappe mehr vorgesehen ist, wird die Nacht für manche ganz schön lang bzw. kurz.

Tag 7 - Aufbruch gen Westen

Jetzt zeigt sich, wie gut es war die Gesamtstrecke schon gestern gefahren zu sein. Nach Tagen voller Sonnenschein und Sonnenbrand ist der Himmel am Morgen mit Wolken verhangen und um 08.15 Uhr fängt es an zu regnen. Es wird immer schlimmer und nach kurzer Zeit tropft es überall. Das Frühstück wird eingenommen und alle hoffen, dass es doch noch aufklart. Aber im Gegenteil: es regnet immer stärker! Die Zelte müssen schließlich nass eingepackt werden. Der Reisebus kommt und es wird soweit möglich verladen. Zwischenzeitlich hat unser UTM zig Kilo Kartoffeln zu Kartoffelpuffern verarbeitet und WIR können unser Mittagessen einnehmen. Nach dem Mittagessen werden die restlichen (nassen) Zelte abgebaut und alles wird im Bus verstaut. Das UTM sorgt ein letztes Mal für unser leibliches Wohl und WIR packen unsere Lunchpaketefür die Heimreise. Zusätzlich wird noch ein Frühstück vorbereitet, dass im Bus mitgeführt wird und erst in Deutschland auf einem Rastplatz eingenommen werden soll. Dann steigen alle ein. Das UTM bleibt noch einige Zeit vor Ort und steht im strömenden Regen winkend auf dem Platz, während im Bus die Jugend ein letztes Mal dem UTM applaudiert.

Es geht wieder nach Hause. Schade, es war eine schöne Zeit - trotzt des Regens am Ende.

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