| Begegnung der Jugend des Bezirkes Lauterbach mit Stammapostel Wilhelm Leber |
| Geschrieben von: H.J. Röhr |
| Samstag, den 19. November 2011 um 16:42 Uhr |
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Zunächst war eine Präsentation vorbereitet, die im Hinblick auf den Gottesdienst für Entschlafene an verschiedene Gruppen erinnerte, so unter anderem an Menschen, die Suizid verübten, an Opfer von Gewaltverbrechen, an Opfer von Naturkatastrophen. Alleine diese Augenblicke lösten schon eine tiefe Bewegung unter allen Anwesenden aus. Im Anschluss daran trugen zwei Jugendliche zunächst vorbereitete Fragen an den Stammapostel vor. Nach der dritten vorbereiteten Frage wurden nur noch spontane Fragen aus eurem Kreis an den Stammapostel gerichtet, die er ebenso in großem Verständnis, in großer Offenheit und Zuwendung zum jeweiligen Fragesteller in beeindruckender Art und Weise beantwortete. Viel zu schnell war die Zeit vergangenen und ein gemeinsames Gebet beendete das Zusammensein. Gerne will ich nachstehend den Versuch unternehmen ein paar Gedanken aus diesem wohl einmaligen Geschehen niederzuschreiben und wünsche allen die dabei waren, dass das Erlebte niemanden mehr verlassen möge. Und dann, wenn es mal schwer wird dem Herrn die Treue zu halten, sich für ihn, für den Gottesdienst oder die Jugendchorprobe zu entscheiden, dann erinnert euch einfach an diese Stunde mit unserem Stammapostel, seine Liebe, seinen Händedruck und hier und da auch an die Umarmung. Er kennt euch jetzt und betet besonders für euch. Vergesst diesen Tag bitte nie in eurem Leben! Ich tue es auch nicht und bin dankbar, dass ich dabei sein durfte! Herzliche Grüße euer Hans-Jürgen Fragen an den Stammapostel: Was ist mit den Seelen, an die keiner mehr denkt? Stammapostel: Ja, dass ist eine berechtigte Frage. Wir können gar nicht alle kennen. Dafür reicht unser Weitblick nicht. Deshalb wollen wir uns bewusst machen: Es ist der ewige Gott, der wirkt und er kennt alle Seelen! Wir wären damit hoffnungslos überfordert, wenn wir Aller gedenken wollten. Wir wollen deshalb ohne Ausnahme in der Fürbitte für alle eintreten und sie der Gnade und Güte unseres Gottes anbefehlen. Wir unterstützen mit unseren Gebeten das Wirken Gottes. Das wollen wir gerne tun! Frage an den Stammapostel: Wir haben in der Präsentation auch an die Opfer des schlimmen Tsunami 2004 erinnert. Warum geschehen solche Naturkatastrophen, wo der Herr doch Noah versprochen hat, dass keine Sintflut mehr kommen wird? Stammapostel: Ich denke, man muss den Bericht über die Geschehnisse rund um die Sintflut zunächst erst einmal unter dem Aspekt beleuchten, dass das Wissen der Menschen damals bei weitem nicht so umfassend war, wie das heute der Fall ist. Gott gab damals den Menschen die Zusage, dass eine Sintflut in einem solchen Ausmaß nicht mehr stattfinden wird. Für unsere heutige Zeit interpretiere und verstehe ich diese Zusage Gottes wie folgt: Der ewige Gott wird seine schützende und bewahrende Hand über seine Schöpfung halten und nicht zulassen, dass sie gravierenden Schaden nimmt. Dabei sind aber lokale Ereignisse, wie dieser Tsunami, auch künftig nicht auszuschließen. Vor solchen Naturereignissen stehen wir machtlos und nehmen Anteil an dem Leid der Menschen. Ich möchte aber noch einmal unterstreichen: Der liebe Gott weiß um diese Dinge und er wird seine Hand über seine Schöpfung halten. Frage an den Stammapostel: Wie merke ich eigentlich, dass mein Gebet beim lieben Gott ankommt? Stammapostel: Eine interessante Frage! Manchmal beten wir und meinen, das Gebet kommt nicht an, weil sich gar nichts tut. Und manchmal ist es auch so, dass wir schon selbst merken: Dieses Gebet hat jetzt nicht den lieben Gott erreicht. Ich kann euch einen Tipp dazu geben, wie ihr verspüren könnt, ob euer Gebet angekommen ist: Wenn ihr fertig seid mit eurem Gebet und es legt sich ein tiefer Frieden auf euch, dann ist euer Gebet beim himmlischen Vater angekommen. Das funktioniert nicht immer, dass weiß ich aus dem eigenen Erleben. Dazu gebe ich euch einen Rat mit auf den Weg, den ich von Bezirksapostel Michael Kraus (Anmerkung des Schreibers: langjähriger Bezirksapostel für die Bezirke Kanada und USA und einer der Pioniere in der Missionsarbeit in Afrika und Asien – schon einige Jahre in der Ewigkeit) erhalten habe. Er sagte uns: Wenn ich merke, dass Gebet ist nicht angekommen, dann bete ich eine halbe Stunde später noch einmal. Sollte es dann immer noch nicht funktioniert haben, dann warte ich eine weitere halbe Stunde und bete erneut. So lasst es uns auch versuchen. Ich gebe zu, dass mir das auch nicht immer gelingt. Aber, ein Versuch ist es wert. Frage an den Stammapostel: Wir beten zuhause oft im Kreis der Familie oder auch im Gottesdienst gemeinsam. Dann ist es schwierig, sich auf seine eigenen Gedanken zu konzentrieren. Wäre es da besser, immer alleine zu beten? Stammapostel: Ja es stimmt. Man kann sich sicherlich nicht so gut konzentrieren, wenn jemand anderes betet. Es ist deshalb sicherlich gut und zu empfehlen, auch einmal für sich alleine zu beten. Und dennoch gebe ich den dringenden Rat: Verzichtet nicht auf das gemeinsame Gebet im Gottesdienst und in der Familie – es geht hiervon eine ganz besondere Kraftquelle aus. Gerade in der Familie ist es schwer konzentriert zu bleiben, wenn immer die gleiche Person betet. Macht es doch einmal so, dass der Betende wechselt, dass immer einmal jemand anderes dran ist zu beten. Dadurch vermeidet man eine gewisse Routine im Gebet, weil man sonst schon den nächsten Satz, den nächsten Gedanken kennt. Eines möchte ich dabei noch unterstreichen: Ihr seid ja alle jung und werdet euch einen Freund eine Freundin suchen und auch einmal heiraten. Ich kann euch sagen: Das gemeinsame Beten schmiedet auch in der Ehe zusammen und ist ein wunderbarer Stützpfeiler für den Erhalt der Ehe, in einer Zeit, in der so viele Ehen nicht mehr halten und geschieden werden. Frage an den Stammapostel: Ich bete schon so lange um eine bestimmte Sache und es ändert sich nichts an der Situation. Warum hilft der liebe Gott hier nicht? Stammapostel: Diese Situationen kennen wir alle. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass der liebe Gott viel höhere Gedanken hat, als wir sie haben. Ihm geht es um die Vollendung und Würdigwerdung der Seele. Deshalb ist er nicht immer in der Lage, alle unsere Bitten und Wünsche zu erfüllen. Das ist für uns nicht so leicht zu verstehen, gerade, wenn es um gesundheitliche Dinge geht. Darum wollen wir alles in die Hand Gottes, in seinen Willen legen. Das muss nicht immer in Worten geschehen. Dieser Gedanke sollte aber jede unserer Bitten begleiten! Ich erinnere mich an einen Onkel von mir. Er erkrankte als Jugendlicher und sein Bein versteifte. Er konnte es nicht mehr richtig bewegen. Natürlich betete er zunächst jeden Tag um die Heilung. Nach zwei Jahren merkte er, dass sich keine Veränderung einstellte. Dann hat er anders gebetet und dem lieben Gott gesagt: Gib mir bitte die Kraft, mit der Situation umzugehen, damit leben zu können. Er hat also seinen Wunsch aufgegeben und alles in die Hand Gottes gelegt. Ich kann euch sagen: Er war mir ein ganz besonders Vorbild! Frage an den Stammapostel: Wir hören immer von der Erwählung als Gotteskinder. Sind wir denn etwas Besonderes insbesondere im Hinblick auf die Aussage, dass Gott will, dass allen Menschen geholfen werde und dass alle Menschen Kinder Gottes sind? Stammapostel: Ich verstehe unter dem Begriff Erwählung nicht, dass wir etwas Besonderes sind. Uns ist nur eine besondere Aufgabe geworden: Die Würdigwerdung auf den Tag des Herrn! Darum gehen wir diesen Weg hin zum Tag der Wiederkunft des Gottessohnes. Dieses Glaubensziel haben bei weitem nicht alle. Wir dürfen es haben und das hebt uns in diesem besonderen Auftrag heraus und ist eine besondere Verantwortung für uns. Zu diesem besonderen Auftrag sind wir erwählt. Ergänzende Frage hierzu: Ja, aber ich habe gute Freunde, die eben nicht neuapostolisch sind. Sind solche dann in den Augen Gottes weniger wert? Stammapostel: Dazu muss ich schon sagen, dass es nun einmal Voraussetzungen gibt, um diesen Weg gehen zu können. Der Herr Jesu selbst hat einmal die Worte geprägt: Wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, dann werdet ihr sterben in euren Sünden! Daraus können wir sehen, dass der Glaube unumgänglich und erforderlich ist, ebenso wie die Hinwendung zu Gott und die Annahme der Gesandten Jesu und die Hinnahme der Sakramente. Das hat der Herr selbst vorgegeben. Nach unserem heutigen Erkenntnisstand dürfen wir als neuapostolische Christen davon ausgehen, dass wir auf dem sichersten Weg zum Herrn und der Gemeinschaft mit ihm sind. Dabei, und das möchte ich unterstreichen, schließen wir nicht aus, dass der ewige Gott auch anderen den Weg zu Gnade und Erlösung öffnet, die ihr Leben nach dem göttlichen Willen ausgerichtet haben. Das alleine liegt in der Souveränität Gottes. Frage an den Stammapostel: Wie war das dann mit dem Schächer am Kreuz. Ihm hat der Herr Jesu gesagt: Noch heute wirst du mit mir im Paradiese sein. Er hatte sich vorher ja auch nicht dem Herrn zugewandt? Stammapostel: Auch hier können wir festhalten, dass der Schächer sich im richtigen Augenblick, wenn auch im letzten Augenblick seines Lebens den Herrn erkannte und sich an ihn wandte. Dann konnte der Herr ihm Gnade schenken. Darauf kommt es eben an. Frage an den Stammapostel: Wir nehmen immer mehr wahr, dass die Gemeinden kleiner werden und welche geschlossen werden müssen. Wie gehen Sie damit um und haben Sie ein Rezept, wie WIR damit umgehen können, was WIR dagegen tun können? Stammapostel: Das ist richtig. In unseren Breiten gehen die Gemeindestärken zurück. Das liegt zum einen daran, dass der christliche Glaube nicht mehr unbedingt gefragt ist. Dann kommt der demografische Faktor noch hinzu. Die Voraussetzungen sind also nicht so günstig. Aber: Auch das weiß der liebe Gott und ich lege ihm diese Dinge ganz bewusst in seinen Willen. Dann bin ich es los und ich weiß, es wäre im möglich, dies zu ändern! Man selbst kann dem entgegensteuern und damit etwas bewirken, in dem man unseren Glauben offen und frei bekennen. Das ist heute sicher nicht so einfach, weil nicht mehr jeder für unser Glaubensziel offen ist. Ich erinnere mich an ein Gespräch im Flugzeug, da fragte mich ein Mann, wohin ich den unterwegs sei. Ich antwortete ihm und er gab dann zurück: ‚Sie tun mir leid, davon will doch heute niemand mehr etwas hören‘. Diesem Mann hätte ich jetzt sicherlich viel erzählen können. Aber man spürt ja, ob jemand offen ist. Ein anderes Beispiel: Während eines Urlaubs kam eine Frau auf mich zu. Sie hatte wohl erfahren, dass ich der Stammapostel der Neuapostolischen Kirche bin und wollte nun mehr über unseren Glauben erfahren. Ich habe die Gelegenheit genutzt und ihr von unserem Glaubensziel berichtet. Da war zunächst eine Reserviertheit zu verspüren aber gleichzeitig auch Interesse da. Und nun habe ich erfahren, dass diese Frau regelmäßig die Gottesdienste besucht und den Wunsch hat, die Sakramente zu empfangen. Ihr seht also, dass es sich lohnt, seinen Glauben zu leben und neuapostolisches Profil zu zeigen. Frage an den Stammapostel: Was ist das neuapostolische Profil? Stammapostel: Das besondere unseres Glaubens ist, dass tiefgreifende und inständige Warten auf den Tag des Herrn. So ist das in keiner anderen Kirche zu finden. Darauf wollen wir aufmerksam machen, auch wenn wir damit nicht überall ankommen werden. Frage an den Stammapostel: Ich habe eine Freundin, die ist nicht neuapostolisch. Letztens waren wir zu einem Besuch und dort wurde auch gebetet. Der Betende hat intensiv um die Wiederkunft Christi gebetet – am liebsten heute noch. So waren seine Worte. Auf dem Nachhauseweg hat mir meine Partnerin dann zu verstehen gegeben, dass sie diese Bitte nicht verstanden hat und damit die Frage verbunden, ob wir den in gewisser Weise lebensmüde seien? Stammapostel: Es ist sicher so, dass man mit diesem Thema sehr behutsam umgehen muss. Eine Erkenntnis braucht Zeit zur Entwicklung und die sollte man jedem auch lassen. Partnerschaften mit nicht Neuapostolischen gibt es heute immer öfter. In einer solchen Partnerschaft gilt es, mit ganz viel Liebe und Geduld an der Seele zu arbeiten. Das hat auch seine Auswirkung. Ich erinnere mich an eine Begegnung im Flugzeug. Ein Mann kam auf mich zu und fragte: Sind sie Herr Leber? Ich bejahte. Er erzählte mir darauf hin, dass er nicht neuapostolisch, sondern katholisch sei. Seine Frau sei aber neuapostolisch. Er sei von diesem Glauben beeindruckt. Er habe schon Gottesdienste erlebt, die ich gehalten habe und kenne mich von den Bildern aus ‚Unsere Familie‘. Ihr seht, da hat man ein schönes Betätigungsfeld und kann viel vermitteln. Lasst den Betreffenden die notwendige Zeit und die, die kann sehr, sehr lange sein! Frage an den Stammapostel: Haben Sie denn eine Aufgabe oder einen Auftrag an uns als die Jugend, wie WIR uns in unserem Glauben recht verhalten? Stammapostel: Nun, da haben wir schon Vieles angesprochen. Ich möchte noch einmal das Gebet nennen. Bleibt darin beständig und nutzt die Kraft, die darin liegt. Lebt euren Glauben und bekennt ihn! Sicherlich habt ihr als junge Menschen eure Ziele in Ausbildung und Studium. Das möchte ich euch auch gar nicht nehmen. Aber habt auch Zeit für den lieben Gott und sein Werk und Wirken. Lasst euch nicht vollständig vereinnahmen von den irdischen Dingen. Bringt euch bitte in die Gemeinden ein! Dort wo Jugend aktiv ist, da sind lebendige Gemeinden! Das ist mir so wichtig und zugleich eine große Sorge. Ich habe von einer Gemeinde gehört, in der so um die 15 Jugendliche sind. Beim EJT waren es noch ein paar mehr, so 20 bis 25. Wisst ihr, wie viele Jugendliche in dieser Gemeinde am Mittwochabend im Gottesdienst sind? Null!!!! Das hat mich schon betroffen und traurig gestimmt. Es ist schon wichtig, jede Möglichkeit auszuschöpfen, um das göttliche Gnadenangebot annehmen zu können. Sicherlich kann es mal eine Zeit geben, in der man, aus welchem Grund auch immer, mal nicht in den Gottesdienst gehen kann. Aber das darf kein Dauerzustand sein. Und wenn der Grund dann weggefallen ist, dann sollte der Gedanke nicht sein: ‚Jetzt ging es die ganze Zeit ohne den Gottesdienst am Mittwoch, warum nicht auch weiterhin?‘ Wichtig ist dann, wieder die Gemeinschaft zu suchen. Stammapostel zum Schluss: Es war eine schöne Begegnung, ihr habt sehr schöne Fragen gestellt und ich kann sagen: IHR SEID EINE TOLLE JUGEND!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
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Eine bessere Vorbereitung auf einen EntschlGD kann man sich nicht vorstellen. Der StAp nahm sich die Zeit alle Fragen der Jugend zu beantworten. Besonders wichtig war die Frage:
Was für eine Aufgabe die Jugend dabei hat!!!
Lesen und beherzigen. Lasst das ( göttliche ) Leben pulsieren. MIke