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USA - Land der (un)begrenzten Möglichkeiten
Geschrieben von: Jürgen Mondsech   
Samstag, den 03. Dezember 2011 um 22:19 Uhr

Long Creek_1(Frankfurt, 18.10.2011) Svenja, eine junge Schwester aus der Gemeinde Frankfurt-Nord, will unbedingt die unendlichen Weiten von Amerika kennenlernen. Ja, sie will dort sogar ein ganzes Jahr zur Schule gehen. Das Schüler-Austausch-Programm hat auch jemanden gefunden, der sie ab September 2011 für die nächsten 12 Monate aufnehmen möchte. Dieser "Jemand" wohnt in einem Ort, dessen Name aus 2 Teilen besteht. "New York" wird jetzt jeder denken, aber dem ist nicht so. Es ist auch nicht "Los Angeles" oder "Las Vegas".  Es ist "Long Creek"!

Nie gehört? Schon möglich! Es ist ein Ort, na ja, genauer gesagt - eine Ansammlung von Häusern im Nordwesten der USA. Er liegt im nordwestlichen Bundesstaat Oregon und beheimatet 2 Kirchen: Die "Long Creek Community Church" (Baptist Church) und die 7-Tags-Adventisten.

Nachdem Svenja in den Besitz eines Notebooks gekommen war, hat sie sich per Mail gemeldet. Aber lest einfach selbst was sie schreibt:

Es tut mir leid dass ich mich jetzt erst melde aber ich hatte bis Sonntag keinen Laptop und daher konnte ich auch nichts schreiben - aber jetzt.

Also - ich bin jetzt schon fast zwei Monate hier und es gefällt mir richtig gut. Die Leute hier sind richtig nett und ich verstehe mich mit den meisten recht gut.

Am Anfang hatte ich schon ziemliche Angst, wegen des Fluges und allem drum und dran. Ich musste ja ganz alleine fliegen und auch noch zweimal umsteigen. Aber das Umsteigen verlief ziemlich gut und ich bin heil angekommen. Die erste Nacht in Amerika war schon ziemlich komisch und die Zeitdifferenz machte es da auch nicht leichter. Doch jetzt habe ich mich an die neue Zeit gewöhnt und alles ist bestens.

Long Creek_2Long Creek ist eine wirklich sehr kleine Stadt mit ca. 210 Einwohnern. Hier kennt also jeder jeden. Und alle wussten auch schon vor meiner Ankunft, wer ich bin und woher ich komme.

Hier gibt es außerdem noch 6 andere Exchange-Students. Und zwar Manuel (Mexico), James (Vietnam), Frederik (Daenemark), Hyeon (Suedkorea), Nechoma (Deutschland) und Rita (Bolivien). Rita ist auch meine Gastschwester und mit ihr verstehe ich mich richtig gut. Sie ist 17 - so wie ich - und wir gehen auch in dieselbe Klasse. Wir wohnen hier bei einer alleinstehenden Frau, die wirklich sehr liebevoll ist. Sie hatte Brustkrebs und - hat diesen aber überlebt.

Long Creek_3Die Wochenenden sind relativ langweilig, da man hier nicht wirklich viel machen kann. Es gibt noch nicht einmal einen richtigen Supermarkt; der nächste liegt ca. 35 Meilen (ca. 50 Km) entfernt.

Da ich gleich dem hiesigen Volleyballteam beigetreten bin, habe ich wenigstens an einem Tag etwas zu tun. Manchmal müssen wir 4 Stunden fahren um ein Spiel auszutragen. Dann ist man echt den ganzen Tag unterwegs.

Wir haben hier drei Tage Wochenende, aber dafür täglich bis viertel vor vier Schule und dann noch Volleyballtraining bis halb sechs. Aber die Volleyballsaison ist nächste Woche schon zu Ende.

Jeden Sonntagabend ist hier Youth Group von der "Long Creek Community Church". Dort essen und spielen wir gemeinsam und danach haben dann so eine Art Gottesdienst. Wir treffen uns auch oft zu gemeinsamen Ausflügen mit der Youth Group und ich glaube, es gibt auch noch eine spezielle Freizeit.

Long Creek_4Letzte Woche waren wir endlich mal in einer größeren Stadt und zwar in Boise der Hauptstadt von Idaho. (Anm. d. R.: Boise ist 211 Meilen / 340 Km entfernt und man benötigt für diese Strecke ca. 4,5 Stunden Fahrzeit!) Wir waren shoppen und haben wirklich ziemlich viel Geld ausgegeben, aber die Sachen hier in Amerika sind auch relativ günstig. Außerdem brauchten wir auch noch etwas passendes zum Anziehen für unseren "Homecomingdance". Für solche Veranstaltungen werden auch ein Prinz und eine Prinzessin von jeder Jahrgangsstufe gewählt und haben dann den ganzen Abend eine Krone auf dem Kopf. Am Ende des Balls werden dann noch König und Königin gewählt.

(Anm. d. R.: Homecoming is the tradition of welcoming back alumni of a school. It most commonly refers to a tradition in many universities, colleges and high schools in North America. It usually includes activities for students and alumni, such as sports and culture events and a parade through the streets of the city or town.)

Es war ein richtig schöner Abend - mal etwas anderes als der langweilige Alltag.

Im November wollen Rita - meine Gastschwester - und ich auch für eine Woche nach L.A fliegen. Unsere Organisation bietet nämlich Reisen in ganz Amerika an und wir haben uns dafür entschlossen und freuen uns auch schon riesig auf dieses Ereignis.

Soweit ein erster Bericht unserer Svenja. Sicher wird in den nächsten Wochen wieder etwas von ihren Erlebnissen und Eindrücken auf den Seiten von youngnactive.org zu lesen sein. (JM)



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